Alle Fakten zum hochkriminellen Bremer Miri-Clan (Mhallamiye-Kurden aus Südostanatolien)

Der Straftatenkatalog der Miri-Clanmänner reicht vom versuchten Totschlag über räuberische Erpressung, Überfälle, Drogendelikte bis hin zu schweren Körperverletzungen, Beleidigungen, Waffenbesitz.

miri

Viele Jahre Gefängnis hat da so manch einer hinter oder auch wieder einmal vor sich, weil er es dann doch irgendwie nicht lassen kann und stetig aktenkundig wird. Aber wer sind die Miris? Wer sind sie wirklich? Was steckt hinter diesen ganzen Straftaten? Wer sind diese Männer, die andere fast totschlagen, rauben oder Drogen dealen? Das alles sind Fragen, die es zunächst zu beantworten gilt.

Die Familie Miri gehört der Volksgruppe der Mhallami (Mhallamaye, Mhallamiye, Mardelli) an. Die Mhallami sind eigentlich ein Volk ohne Land, über dessen Geschichte und Herkunft unterschiedlich berichtet wird. Ein Großteil der Ur-Mhallami war zunächst wohl in der Türkei beheimatet. Unter dem türkischen Präsidenten Kemal Atatürk werden die Mhallami in den 1920er-Jahren innerhalb der Türkei teils zwangsumgesiedelt. Die meisten Vorfahren der derzeit in Deutschland lebenden Miri-Sippe kommen aus dem Südosten der Türkei, vornehmlich aus den Provinzen Batman und Mardin in Südostanatolien.

Teile der Familie Miri aus der Türkei siedeln  in den 1950er-Jahren in den Libanon um, weil sie dort bessere Lebensbedingungen für sich und ihre Familien erhoffen.  Im Libanon angekommen, ist man zunächst guter Dinge. Der Vater, Hakim Miri, baut einen kleinen Gemüsehandel auf und kann seine Familie mit dem Erlös gut unterhalten. Es kommen sieben Kinder zur Welt.

Ende der 1970er-, Anfang der 1980er-Jahre beschließt Hakim Miri, den Libanon zu verlassen. Er hat von anderen Mhallami gehört, dass man in Deutschland gut leben kann, fernab vom Bürgerkrieg im Libanon. Nachdem die Familie ohne Papiere in Deutschland angekommen ist, bezieht sie mit sieben Kindern eine kleine Wohnung in Niedersachsen. Als Bürgerkriegsflüchtlinge ohne Staatsangehörigkeit erhalten sie finanzielle Unterstützung vom Staat, einen räumlich beschränkten Aufenthalt und ein Arbeitsverbot. Er habe gleich zu Beginn arbeiten wollen, doch man habe ihm jahrelang das Arbeiten verboten, begründet der heute über 70 Jahre alte Familienvater seine viele Jahrzehnte währende Untätigkeit und Abhängigkeit von staatlichen Mitteln.

In den folgenden Jahren werden noch fünf weitere Kinder geboren. Keines der Kinder dieser Familie erreicht einen höheren Bildungsabschluss, was zum Teil dadurch bedingt ist, dass mancher bereits früh massive Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Auch abgeschlossene Berufsausbildungen kann niemand vorweisen. Hin und wieder beginnt der eine oder andere eine Berufsqualifikation, die dann jedoch schnell wieder abgebrochen wird. Interessant an dieser Stelle ist, dass die Kinder, die mit den Eltern als Flüchtlinge einreisen, demnach also ein Vorleben im Libanon haben, fast alle keinen Bildungsabschluss erreichen. Im Gegensatz dazu beenden alle in Deutschland geborenen Kinder ihre Bildungskarriere zumindest mit einem Hauptschulabschluss.

Fünf Söhne dieser Familie entwickeln sich viele Jahre nach ihrer Einreise beziehungsweise ihrer Geburt in Deutschland zu Intensivtätern, die die Bremer und die niedersächsische Polizei inklusive der Justiz langfristig auf Trab halten werden. Andere Söhne treten ebenfalls strafrechtlich in Erscheinung – jedoch nicht mit der Intensität wie die fünf Vorgenannten.

In einer polizeiinternen Gesamtaufstellung von 2009 listet die Polizei Bremen 66 Namen intensiv strafrechtlich in Erscheinung getretener Miris auf. Namen, die zunächst keine Auskunft darüber geben, welches Ausmaß die kriminelle Energie tatsächlich hat. Ein Blick in die eine oder andere Polizeiakte verrät dann mehr über das, was hinter dem »Schrecken Miri« tatsächlich steckt.

Kasim

Kasim Miri alias Kesim K., Staatsangehörigkeit nach Aktenlage: türkisch (bis 2012). Die Polizeiakte weist Mitte 2011 mehr als zehn »andere Personalien« und mehrere ED-Behandlungen in den vergangenen Jahren aus. Seine Geburt liegt Anfang der 1970er-Jahre. Als Geburtsort ist xxxxx/Türkei eingetragen – nicht Libanon. Scheinbar hat die Polizei Bremen diese Information ermittelt, denn es findet sich ein entsprechender Hinweis in den Unterlagen, der darauf schließen lässt: KP 7 Verden xxxx05, Ermittlungsergebnis Polizei Bremen 1705xx, Auszug aus dem türkischen Personenstandsregister der Stadt S. vom xxxx93. Aus diesem Grund wird Kasim Miri vom Zeitpunkt dieses Ermittlungsergebnisses auch als Kesim K. und nicht als Kasim Miri geführt und erhält in den Polizeiakten die türkische Staatsbürgerschaft. Hinsichtlich des Geburtstages und des Geburtsortes scheint der erwähnte Miri recht kreativ zu sein: So sind unterschiedlichen Identitäten auch andere Geburtsjahre zugeordnet. Das bedeutet, dass das Alter Kasims schon einmal um mehrere Jahre differiert und als Geburtsort wahlweise der in der Türkei oder jener im Libanon Verwendung findet. Kasims bereits länger als 20 Jahre andauernde kriminelle Karriere ist vielseitig: gefährliche Körperverletzung, Körperverletzung, Diebstahl, Hehlerei, Betäubungsmittel-(BtM-)Handel, räuberische Erpressung, schwerer Landfriedensbruch, Entführung. Rund 40 Fälle – Ermittlungsverfahren – weist die Akte aus, wobei hier Verfahren einbezogen sind, die viele Jahre zurückliegen. Kasim verbüßt in den vergangenen 20 Jahren mehrere Haftstrafen. Seit Jahren verfolgt die Polizei jeden seiner Umzüge genauestens. So wird deutlich, dass Kasim zwischen 2005 und 2011 mehrfach die Adresse wechselt. Kasim besitzt keine gesicherte Staatsangehörigkeit trotz der polizeilichen Ermittlungen in der Türkei. Er darf erst seit Kurzem überhaupt ins Ausland reisen. Den Führerschein hat man ihm schon vor geraumer Zeit abgenommen, weil er BtM-Konsument war. Kasim ist verheiratet und hat Kinder.

Mezaj

Mezaj Miri soll Anfang der 1980er-Jahre in Beirut geboren sein. Staatsangehörigkeit laut Polizeiakte: libanesisch/türkisch. Mezaj wird mit etlichen Personalien geführt. Er wird in den letzten Jahren mehrfach ED-behandelt, und es liegen unterschiedliche Personenbeschreibungen zu ihm vor. Bei Mezaj scheint man sich auf Behördenseite sicher zu sein, dass er im Libanon geboren ist, denn es gibt in seiner Polizeiakte keinen Hinweis darauf, dass er möglicherweise in der Türkei gemeldet war, bevor er als Kind nach Deutschland eingereist ist. Mezaj scheint BtM-Konsument zu sein und wird in seiner Akte als äußerst gewalttätig beschrieben. Er gilt stets als bewaffnet. Mezaj tritt seit seiner frühesten Jugend polizeilich in Erscheinung. Mehr als 80 Ermittlungsverfahren listet man bei der Polizei auf (Stand 2011), darunter Raub, bewaffneter Überfall, Körperverletzung, Diebstahl, BtM-Vergehen, Handel mit Drogen. Mehrere Jugendhaftstrafen verbüß- te er bereits im Alter bis 21 Jahren. Danach verübte Raubüberfälle in den 1990er-Jahren haben ihn für mehrere Jahre ins Gefängnis gebracht. Immer wieder wird Mezaj auch in den vergangenen Jahren in Haft genommen. Mezaj hat keinen Führerschein, ist verheiratet und hat Kinder. Mezajs letzter Coup: Im Herbst 2012 wird er mit fast eineinhalb Kilogramm Heroin erwischt und landet, nachdem er erst Anfang 2012 auf freien Fuß gekommen ist, Anfang 2013 gleich wieder für 20 Monate in Haft. 

Amin

Amin Miri, Ende der 1980er-Jahre in Deutschland geboren. Die Polizeiakte weist ihn als libanesischen Staatsangehörigen aus. Das ist interessant, weil er bei der Ausländerbehörde als staatenlos gilt. Amin wird in den vergangenen Jahren mehrfach ED-behandelt; es liegen mehr als fünf Personenbeschreibungen über ihn vor. Die Liste der Ermittlungsverfahren ist auch bei diesem Miri lang, insbesondere wenn man bedenkt, dass er noch sehr jung ist. Bis 2009 listet die Polizei Bremen mehr als 50 Ermittlungsverfahren auf, darunter Diebstähle, Raubüberfälle, Körperverletzungen, Landfriedensbruch und andere Tatvorwürfe. Von der Polizei wird Amin Miri als gewalttätig eingestuft. Er wird mehrfach zu Haftstrafen verurteilt, die zunächst jedoch stets zur Bewährung ausgesetzt werden. Seit Ende 2012 verbüßt er eine 32-monatige Haftstrafe, weil er Ende 2011 unter anderem erneut wegen Körperverletzung verurteilt wird. Sämtliche bis dahin zur Bewährung ausgesetzten Haftstrafen werden mit dieser Verurteilung sozusagen fällig, sodass es nun, am Ende eines langen Straftatenweges, gemessen an der dem letzten Urteil zugrunde liegenden Straftat, zu dieser relativ langen Haftstrafe kommt. Amin gelingt es, zum Haftantritt Ende 2012 in das Freigängerprogramm der JVA Oslebshausen, Bremen, zu kommen, da er einen Arbeitsplatz nachweisen kann. Bis zum Ende dieser Aufzeichnungen ist Amin im Freigängerprogramm verblieben. Amin Miri hat einen Führerschein.

Faris

Faris ist heute Ende 30 und der Polizei Bremen sehr gut bekannt. Mit weit mehr als 100 Ermittlungsverfahren insbesondere wegen Gewalt- und Drogendelikten gehört er zu den wenigen Älteren, die seit vielen Jahrzehnten durchgängig kriminell aktiv sind. Vielfach enden kriminelle Karrieren mit zunehmendem Alter, nicht so bei Faris. Er verbringt viele Jahre seines Lebens im Gefängnis. Im Jahr 2010 beginnt er damit, ein Chapter des aus den USA stammenden Mongols MC (Motorradclub) in Bremen aufzubauen. Der Mongols MC zählt sich selbst zu den 1%ter-Clubs in der Clubszene. Was bedeutet das? Ein Prozent aller Rockerclubs sind kriminell, verfolgen ihre eigenen Gesetze und machen Gebietsansprüche geltend. 1%ter-Rocker respektieren weder staatliche Gesetze noch Ländergrenzen. Man ist eine eigene »Nation«, in der man nach eigenen Werten und Gesetzen lebt. In den Staaten und Skandinavien tobten aus vorgenannten Gründen harte Rockerkriege unter anderem zwischen Mongols MC und den Hells Angels. Wenn hier davon die Rede ist, dass um Gebiete gekämpft wird, geht es immer um Geschäfte – kriminelle Geschäfte wie Drogenhandel, Prostitution, Schutzgelderpressung und vieles mehr. Der Rockerclub, der ein Gebiet beherrscht, beherrscht vor allen Dingen die Geschäfte in seinem Gebiet. Die Hells Angels werden 1948 in den Staaten gegründet und setzen sich damals ausschließlich aus weißen männlichen Amerikanern zusammen. Im Jahr 1969 folgt die Gründung des Mongols MC, dessen erste Mitglieder vor allen Dingen lateinamerikanische Vietnamveteranen waren, die gerne auch bei den Hells Angels angeheuert hätten, denen aufgrund ihrer Abstammung ein Zugang zu den Hells Angels jedoch verweigert wurde. Diese Rassentrennung im Rockermilieu hat bis heute einen gewissen Bestand, wird aber nicht mehr zwingend verfolgt. Im Jahr 2010 beginnt Faris also damit, in Bremen ein Mongols-MCChapter aufzubauen, und wird dessen Präsident. Mit zunächst fünf Mitstreitern beantragt er in den USA beim Motherchapter (Mutterclub) die Genehmigung zur Gründung der Mongols Bremen mit allen dazugehörigen Rechten der Mongols Nation. 2011 erhält er die gewünschte Erlaubnis und kann endlich loslegen, was, wie später noch zu sehen sein wird, zu großen Problemen führt. Faris ist verheiratet und hat einen Sohn. Nach eigenen Aussagen verfügt er über einen Realschulabschluss, was in diesem Milieu nicht undenkbar, aber dennoch bemerkenswert wäre. Solange ich Faris’ Werdegang in den Jahren 2010/11 verfolge, sitzt er mehrfach kurzzeitig in U-Haft. Anfang Juli 2013 wird er dann längerfristig in U-Haft genommen, weil man ihn und einen Clubbruder mit etlichen Kilogramm Drogen erwischt hat.

Maarouf

Maarouf Miri wird Mitte der 1980er-Jahre in Deutschland/Bremen geboren. In seinem Fall ist in der Polizeiakte festgehalten, dass er »libanesischer Staatsangehöriger« ist oder scheinbar wahlweise als »Staatsangehörigkeit ungeklärt« geführt wird. Zu Maarouf sind, wie auch bei seinen Brüdern, mehrere Personenbeschreibungen vermerkt. Er wird in den vergangenen Jahren mehrfach ED-behandelt, inklusive DNA-Muster. Vor einigen Jahren notiert die Polizei: BtM-Konsument. In den vergangenen Jahren wird in über 50 Fällen polizeilich gegen Maarouf ermittelt, unter anderem wegen schwerer Körperverletzung, Körperverletzung, Landfriedensbruch, Diebstahl, Erpressung, Verstoß mit Kokain, Hausfriedensbruch und besonders schweren Diebstahls. Er ist unter anderem auch in die Schießerei im Jahr 2006 an der Bremer Discomeile verwickelt. Maarouf Miri verbüßt mehrere Haftstrafen. Letzter Coup in Maaroufs lange währender krimineller Karriere? Wegen des dringenden Tatverdachts, an mehreren schweren Einbrüchen beteiligt gewesen zu sein, sitzt er seit Juli 2013 mal wieder in U-Haft. Maarouf hat keinen Führerschein, er ist verheiratet. Leider sind die fünf hier dargestellten Miris nicht die einzigen Mhallami, die strafrechtlich massiv in Erscheinung treten. Zu den intensiv kriminell auffälligen Mhallami in Bremen und Umgebung gehören auch Mitglieder anderer Familien.

Die Polizei Bremen ermittelt im Jahr 2010 erstmalig (ISTEC – Informationssammelstelle ethnische Clans) basierend auf Daten der Vorjahre aus unterschiedlichen Quellen Ausgangszahlen zur Kriminalitätsentwicklung, ausschließlich bezogen auf die in Bremen ansässigen Mhallami. Daraus werden insgesamt 1191 Personen errechnet, gegen die aus polizeilicher Sicht in irgendeiner Art und Weise etwas vorliegt. Die betroffenen Personen werden ab sofort im polizeilichen Erfassungssystem ISA-Web mit dem sogenannten ISTEC-Merker versehen. Im Jahr 2010 selbst sinkt die Anzahl der so erfassten Mhallami zunächst auf 924. Bereits 2011 steigen die Zahlen allerdings auf 1015 Personen. Der im Februar 2013 für das Vorjahr erstellte ISTEC-Bericht weist insgesamt 1337 »gemerkte« Personen aus, die »aktuell« erfasst werden, sprich der Polizei Bremen in irgendeiner Form aufgefallen sind. Der unaufhörliche Anstieg der Fallzahlen macht der Polizei große Sorgen. Die Tatsache, »dass die Mhallami in Bremen einen Bevölkerungsanteil von 0,4 Prozent ausmachen, ihr Anteil bei den Intensivtätern insgesamt jedoch bei rund zehn Prozent liegt, zeigt deutlich, dass wir ein Problem haben«, so das besorgte Resümee aus dem Polizeipräsidium Bremen Ende 2012 in diesem Zusammenhang. Rund 20 Intensivtäter zähle man zurzeit ausschließlich aus dem Bereich der Mhallami. Die Strukturen der einzelnen Mhallami-Familien in Bremen seien der Polizei weitestgehend bekannt, auch wenn man bis heute dabei sei, beispielsweise hinsichtlich der Zuordnungen von einzelnen Personen zu verschiedenen Familien »zu sortieren«. In monatelanger Kleinarbeit werden hierzu im Rahmen des ISTECAuftrages neben der Auflistung von Ermittlungsverfahren gegen Mhallami zusätzlich Zuordnungen von Personen zu Familien oder Familien zu Familienverbänden vorgenommen. Das sei nicht einfach gewesen, so ein Kripo-Mitarbeiter, denn oftmals führten die Leute andere Namen, obwohl sie nach Recherche der Polizei der gleichen Familie angehörten. Akten. Viele Akten. Viele Informationen. Und doch ergibt alles kein abgerundetes Bild vom ganzen Ausmaß dessen, was man in Bremen seit Jahren als »Miri-Clan« bezeichnet. Deshalb ist es notwendig, weiter zu suchen, die Menschen, deren Akten vorliegen, persönlich zu treffen und nachzuhaken.

 

QUELLE:

https://www.m-vg.de/mediafiles/article/pdfdemo/978-3-86883-314-0.pdf

http://www.pi-news.net/2011/05/miri-miliz-randaliert-in-bremen/

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