AfD: Alexander Gaulandt und Jörg Meuthen stehen solidarisch zu Björn Höcke und verweisen auf Reden von Rudolf Augstein und Martin Walser

Der AfD-Fraktionschef von Thüringen, Björn Höcke, begeisterte mit seiner frenetisch umjubelten Rede bei einer Veranstaltung in Dresden die anwesenden Anhänger der AfD. 

Unter anderem sagte er: 

„Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ Er sagte weiter, bis jetzt sei der deutsche Gemütszustand der „eines brutal besiegten Volkes“.

Damit sprach er aus, was sehr vielen Deutschen, vor allem aber Rechts-Konservativen Deutschen, am Herzen liegt. Und wer sich in der Geschichte von Deutschland auskennt, der weiß, das Rudolf Augstein und Martin Walser lange vor Björn Höcke nahezu die gleichen Äusserungen zum umstrittenen Berliner Holocaustdenkmal gemacht hatten, ohne dafür in den Medien oder von Politikern als Nazis beschimpft zu werden.

Frauke Petry und ihr Ehemann Marcus Pretzell war das scheinbar nicht bekannt, denn sie attackierten Björn Höcke:

AfD-Parteichefin Frauke Petry hat die Äußerungen ihres Parteikollegen, den thüringischen Fraktionschef Björn Höcke, scharf verurteilt. „Es bestätigt sich, was ich schon vor einem Jahr sagte. Björn Höcke ist mit seinen Alleingängen und ständigen Querschüssen zu einer Belastung für die Partei geworden“, sagte Petry der „Jungen Freiheit“ und warnte: „Wir werden Realisten sein oder politisch irrelevant werden.“

Kritik übte auch ihr neuer Ehemann, der AfD-Europaabgeordnete und NRW-Landeschef Marcus Pretzell. „Zum wiederholten Male drückt sich Björn Höcke sehr missverständlich aus, um es vorsichtig zu formulieren. Zum wiederholten Male rührt er dabei mit größter Ignoranz an einer 12-jährigen Geschichtsepoche, deren Revision wahrlich nicht Aufgabe der AfD ist“, erklärte er bei Facebook.

Weiter schrieb Pretzell, der Ehemann von AfD-Chefin Petry ist, Höcke treibe „kluge und kritische bürgerliche Wähler zurück in das Lager der Nichtwähler“. Aufgabe der AfD seien „realistische Veränderungen in unserem Land. Eben jene Veränderungen werden unmöglich gemacht, solange einzelne von uns mit diesen 12 Jahren ständig Walzer tanzen“. Den Einwand eines Facebook-Nutzers kommentierte Pretzell mit den Worten: „Ich habe die Rede gehört. Für diesen Schwachsinn stehe ich nicht bereit. Damit habe ich nichts am Hut!“

KARATE-TIGER sagt zu den Äusserungen von Björn Höcke:

Solange bei Demonstrationen „Deutschland, verrecke!“ von den Linkskriminellen der Antifa skandiert werden darf und solange die von der SPD, den GRÜNEN, der LINKEN und vom DGB und der Amadeu-Antonio finanzierte, unterstützte und als Schlägertruppe ala SA benützte Antifa fremder Leute Eigentum zerstören darf und friedliche Demonstranten,  Pegida-Redner und AfD-Wahlkämpfer angreifen darf, braucht sich mal niemand über die Rede des Herrn Höcke aufregen. Zumal lange vor ihm Rudolf Augstein und Martin Walser nahezu identische Aussagen zu dem Berliner Holocaustdenkmal gemacht hatten.

Parteivize Alexander Gauland (75), ein erklärter Petry-Gegner, bleibt hingegen fest an Höckes Seite.

Gauland sagte zu BILD: „Ich verstehe die Aufregung nicht. Höckes Äußerungen wurden aus dem Zusammenhang gerissen. Es wird einiges bewusst falsch interpretiert. Höcke hat davon gesprochen, dass es ein Mahnmal unserer Schande ist und überhaupt nicht den Holocaust geleugnet. Ich teile auch Björn Höckes Auffassung, dass die deutsche Vergangenheit, die vor und nach der Nazi-Zeit eine gute Vergangenheit war, nicht ununterbrochen außen vor gelassen werden darf.“

Und auch Jörg Meuthen, der AfD-Fraktionschef von Baden-Württemberg, stellt sich auf die Seite von Björn Höcke.

„Er sagt nichts Verwerfliches“ – das sagt AfD-Fraktionsschef Meuthen im SWR zur Rede des thüringischen AfD-Vorsitzenden Höcke zum Holocaust-Gedenken.

Höckes Rede habe keinen „Neonazi-Jargon“ enthalten, so Meuthen. Man müsse sprachlich präzise sein. „Höcke sagte, es ist ein Mahnmal der Schande“, so Meuthen. „Damit bezeichnet er nicht das Holocast-Denkmal selbst als Schande, sondern er sagt, es ist ein Mahnmal der deutschen Schande, der Gräueltaten des 2. Weltkrieges.“

Daran sei zunächst einmal alles richtig und überhaupt nichts zu kritisieren, machte Meuthen weiter deutlich. „Ich möchte auch darauf verweisen, dass sich in fast gleichem Wortlaut der Publizist Rudolf Augstein, sicher unverdächtig ein Neonazi zu sein, 1998 oder auch der Schriftsteller Martin Walser in seiner großartigen ‚Pauls-Kirchen-Rede‘ geäußert hat“, sagte Meuthen.

Rudolf Augstein sagte über das Holocaust-Mahnmal:

 „Nun soll in der Mitte der wiedergewonnenen Hauptstadt Berlin ein Mahnmal an unsere fortwährende Schande erinnern. Anderen Nationen wäre ein solcher Umgang mit ihrer Vergangenheit fremd. Man ahnt, daß dieses Schandmal gegen die Hauptstadt und das in Berlin sich neu formierende Deutschland gerichtet ist. Man wird es aber nicht wagen, so sehr die Muskeln auch schwellen, mit Rücksicht auf die New Yorker Presse und die Haifische im Anwaltsgewand, die Mitte Berlins freizuhalten von solch einer Monstrosität.

Von wem sind diese Worte? Nein, nicht von AfD-Politiker Björn Höcke. Sie sind von Rudolf Augstein, dem Gründer und langjährigen Herausgeber des „Spiegels“. Er schrieb sie in einem Kommentar, der am 30. November 1998 im Nachrichtenmagazin erschien.

Ähnlich äusserte sich Martin Walser 1998 in der Frankfurter Paulskirche:

Walser 1998 wörtlich: „In der Diskussion um das Holocaustdenkmal in Berlin kann die Nachwelt einmal nachlesen, was Leute anrichteten, die sich für das Gewissen von anderen verantwortlich fühlten. Die Betonierung des Zentrums der Hauptstadt mit einem fußballfeldgroßen Alptraum. Die Monumentalisierung der Schande.“ Walser sprach gegen die „Instrumentalisierung des Holocausts“, Auschwitz dürfe nicht zur „Moralkeule“ verkommen, die „Dauerpräsentation unserer Schande“ werde dazu instrumentalisiert, den Deutschen wehzutun oder gar politische Forderungen daraus abzuleiten.“

Höcke hatte in seiner Dresdner Rede am Dienstag ganz ähnlich formuliert: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

Auf Twitter machte der Verweis auf Augsteins Artikel schon gestern Vormittag die Runde.

Zahlreiche Anhänger Höckes verwiesen seitdem genüsslich darauf, dass das angeblich so skandalöse Zitat des Thüringer AfD-Vorsitzenden bloß einen Gedanken und eine Formulierung des unverdächtigen, honorigen „Spiegel“-Herausgebers aufgriff. Das ließe die ganze Empörung lächerlich und unglaubwürdig erscheinen.

Meuthen wies noch einmal darauf hin, dass das Holocaust-Denkmal in seiner Entstehungsgeschichte von vielen massiv kritisiert worden sei. „Als das Denkmal gebaut wurde, war das eine sehr umstrittene Geschichte“. Darauf würde Höcke jetzt noch einmal verweisen. Meuthen sagte aber auch: „Ich halte es nicht für hilfreich, das Thema wieder aufzumachen und hätte das sicher selber auch nicht getan, aber noch einmal: ‚Er sagt hier nichts Verwerfliches'“.

Nach dem erneuten Angriff von Frauke Petry und ihrem  neuen Ehemann Marcus Pretzell auf Björn Höcke scheint das Tischtuch zwischen Frauke Petry einerseits und Björn Hocke, Alexander Gaulandt,  Jörg Meuthen und Beatrix von Storch andererseits entgültig  zerschnitten. Das Quartett soll erhebliche Probleme mit der Sächsin Petry haben. 

Fakt ist: Hinter Höcke stehen etliche AfD-Spitzenpolitiker, teils wegen innerparteilicher Machtkämpfe gegen das Duo Petry/Pretzell, teils aus Überzeugung. Zudem hat Höcke in der AfD großen Einfluss, sein rechtskonservatives Gedankengut ist weit verbreitet. Rund ein Drittel aller 26.000 Mitglieder (Stand: Dezember 2016) werden zum rechtskonservativen (Höcke-)Flügel gezählt. Damit sind die Rechtkonservativen ein entscheidender Machtfaktor in einer Partei, die nach derzeitigem Umfragestand ganz sicher mit einem Rekordergebnis in den nächsten Bundestag kommt.

Petry wird vor allem ihre Liebesbeziehung ( inzwischen ist daraus eine Ehe geworden ) zum nordrhein-westfälischen Landesvorsitzenden Marcus Pretzell vorgeworfen. Der, so heißt es, sei quasi Mitglied des Parteivorstands ohne Mandat, Petry sei lediglich sein verlängerter Arm.