1.100 Polizisten im Einsatz bei Anti-Terrorrazzien in Berlin und Hessen – mehrere Festnahmen

Schlag gegen Islamisten-Szene

+++ 4 Festnahmen in zwei Bundesländern +++ 1100 Beamte alleine in Hessen im Einsatz +++ Verdächtige haben Verbindungen zu ISIS +++

Frankfurt – Massiver Schlag gegen die Terror-Szene im Herzen von Deutschland! Seit 4 Uhr laufen in ganz Hessen Razzien gegen die militante Islamisten-Szene, Ein dringend tatverdächtiger Tunesier (36) wurde festgenommen!

Nach BILD-Informationen ermitteln Generalbundesanwalt, LKA und Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt gegen eine hochgefährliche „Terrorzelle“ mit mehr als zehn Beschuldigten.

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Spezial-Ermittler der Landespolizei, SEK-Beamte und Staatsanwälte durchsuchen mehr als 54 Objekte – unter anderem in Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden. Im Visier sind Moscheen, Privatwohnungen und Firmenräume. Im Einsatz: rund 1100 Beamte.

Zu den durchsuchten Gebäuden gehört auch die Bilal-Moschee im Frankfurter Stadtteil Griesheim.

Hauptbeschuldigter ist ein 36-jähriger tunesischer Staatsangehöriger. Er wird dringend verdächtigt, seit August 2015 unter anderem als Anwerber und Schleuser für den „Islamischen Staat (ISIS)“ tätig geworden zu sein. Er soll ein Netzwerk an Unterstützern aufgebaut haben, unter anderem mit dem Ziel, einen Terroranschlag in Deutschland zu verüben.

Er wurde gegen 4.00 Uhr in Frankfurt am Main von Einsatzkräften des Hessischen Landeskriminalamts widerstandslos festgenommen und wird dem Ermittlungsrichter beim Oberlandesgericht Frankfurt am Main zur Verkündung des Haftbefehls vorgeführt.

3 Festnahmen auch in Berlin

Schon am Dienstagabend wurden in Berlin nach BILD-Informationen drei mutmaßliche Terroristen festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Die Männer sollen enge ISIS-Verbindungen nach Syrien und den Irak haben. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne in Deutschland sollen nicht vorliegen.

Besonders brisant ist der Fall, weil wieder die Fussilet-Moschee in Berlin-Moabit eine Rolle spielt. Die Moschee wurde ebenfalls durchsucht. Nach BILD-Recherchen sollen die Männer ständig in der Moschee verkehrt haben. Genau so wie der Breitscheidplatz-Attentäter Anis Amri.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage die Festnahmen. Die Ermittler hätten Hinweise, dass die Männer möglicherweise kurzfristig ins Kriegsgebiet ausreisen wollten. Mindestens zwei von ihnen haben einen Berliner Wohnsitz, einer der Festgenommenen ist türkischer Staatsbürger. Alle wurden auf der Straße festgenommen.

Alle Details und Fotos im BILD-Artikel hier:

http://www.bild.de/regional/frankfurt/isis-terroristen/eilmeldung-hessen-50055910.bild.html#remId=1558022433294947233

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Berlin (dpa) – Nach der Verhaftung von drei terrorverdächtigen Männern in Berlin am Dienstag Abend gehen die Ermittlungen weiter. Die Polizei wollte sich in der Nacht zu heute über den aktuellen Stand nicht äußern, die Federführung liege bei der Staatsanwaltschaft.

Fest steht: Es hat Durchsuchungen und Festnahmen mit Haftbefehlen gegeben, wie ein Polizeisprecher am Dienstagabend sagte. Es gehe um den Verdacht auf Terror und Islamismus.

Die «Bild»-Zeitung hatte zuerst berichtet. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne in Deutschland sollen dem Bericht zufolge nicht vorliegen. Demnach ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Die Ermittler hätten Hinweise, dass die Männer möglicherweise kurzfristig in ein Kriegsgebiet ausreisen wollten.

Die Verdächtigen sollen enge Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und Irak gehabt haben. Die Polizei bestätigte einen Zusammenhang mit dem IS zunächst nicht. Die Verdachtslage habe für die Verhaftungen aber ausgereicht.

Der «Bild» zufolge wurde auch die «Fussilet»-Moschee in Berlin-Moabit durchsucht. Dort sollen die Männer verkehrt haben. Auch der Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri war in diesem Moschee-Verein ein- und ausgegangen – er war unmittelbar vor dem Terroranschlag am 19. Dezember, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen, dort von einer Überwachungskamera gefilmt worden.

Wieso wurde diese Moschee, die eine Brutstätte des Islam-Terrors ist, nicht längst verboten und geschlossen?

Am späten Dienstagabend war es vor der «Fussilet»-Moschee vollkommen ruhig. Der Berliner Senat will den Moschee-Verein verbieten. Der Antrag sollte bis Ende Januar fertig sein. In dem Moschee-Verein war zuletzt am 20. Januar ein Islamist verhaftet worden. Er war wegen Gewalttätigkeiten aufgefallen.

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Frankfurt/Main (dpa) – Die Polizei hat am frühen Mittwochmorgen mehrere Objekte in ganz Hessen wegen Terrorverdachts durchsucht. Insgesamt 54 Objekte seien betroffen gewesen, teilte die Oberstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit. Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung über den Einsatz berichtet.

Die Durchsuchungen richteten sich nach Angaben der Oberstaatsanwaltschaft gegen 16 Beschuldigte zwischen 16 und 46 Jahren. Gegen einen 36-jährigen Tunesier wurde Haftbefehl erlassen. Er soll als Anwerber und Schleuser für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) tätig gewesen sein. Er habe ein Terrornetzwerk aufbauen wollen, um einen Anschlag zu verüben.

Es habe kein konkretes Anschlagsziel gegeben, sagte ein Sprecher der Landespolizei. Die Planung sei noch in einer frühen Phase gewesen. Durchsucht wurden unter anderem Wohnungen, Geschäftsräume und Moscheen.

«Mit den Maßnahmen senden wir eine deutliche Botschaft an die radikalen Islamisten in Hessen: Wir haben die Szene fest im Blick», teilte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) mit. Nach Angaben des Ministeriums waren mehr als 1100 Polizeibeamte an den Durchsuchungen beteiligt.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das hessische Landeskriminalamt wollen in einer Pressekonferenz am Vormittag (10.00 Uhr) Details zu den Ermittlungen bekannt geben.

Bereits am Dienstagabend waren in Berlin drei Terrorverdächtige verhaftet worden.