EHC (European Home Care Gmbh) – ein Familienunternehmen sahnt richtig fett mit Asylbewerbern ab

Die Betreiberfirma von Asylantenunterkünften „European Homecare“ (Essen) gehört Deutschland- und Europaweit zu den größten Absahnern in Sachen „Asylantenindustrie. Die Wurzeln von „European Homecare“ liegen im Waldecker Land – eine Geschichte von Glücksrittern, Staatsknete und „Lizenz zum Gelddrucken“.

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BILD berichtet am 1.2.2017:

Der Vertrag umfasst 26 Seiten. Er wurde am 12. August 2015 zwischen der Stadt Essen und Deutschlands größtem Asylheim-Betreiber European Homecare (EHC) geschlossen.

Ein Blick auf die Homepage des Familienunternehmen EHC ist sehr aufschlussreich:
http://www.eu-homecare.com/de/

European Homecare GmbH
Alfredstraße 234
45133 Essen

Telefon: +49 201 45 13 66-0
Telefax: +49 201 45 13 66-48
E-Mail: mail@eu-homecare.com

Vertreten durch:
Geschäftsführer: Sascha Korte

Er dokumentiert, wie im Geschäft mit Flüchtlingen abkassiert wird.
Und er zeigt, wie groß die Not der Kommunen war, Asylbewerber unterzubringen. Es wurden Preise aufgerufen, als ob die Flüchtlinge Urlaub in einem Luxus-Club machten. Dabei schliefen sie in 12-Personen-Parzellen ohne Privatsphäre.

Die Asyl-Wucher-Liste:

Für ein Bett in einer 344-Personen-Unterkunft in einer Leichtbau-Halle bezahlte die Stadt Essen monatlich 653,28 Euro Miete! Dies kostete den Steuerzahler 243 525,57 Euro im Monat. Dabei war es egal, wie viele Betten tatsächlich belegt waren. Container für Küche, Toilette und Wachpersonal wurden extra berechnet.

►Zusätzlich verlangte EHC einmalig eine Ausstattungspauschale für Trennwände und Mobiliar (Bett, Spind) von 595 Euro pro Platz.

►Für die Versorgung mit Essen (drei Mahlzeiten täglich), für Wachpersonal und Sozialarbeiter sowie Reinigung der Anlagen zahlte die Stadt knapp 1200 Euro monatlich pro Flüchtling.

Doch in den Verträgen gab es eine für die Stadt zusätzliche Negativ-Klausel: Wenn die Flüchtlinge weniger wurden, wurde es für die Kommune immer teurer. Der Vertrag sah vor, dass bei einer Belegung von mindestens 51 und höchstens 150 Asylbewerbern pauschal 252 437,50 Euro im Monat für die Verpflegung fällig wurden. Im ungünstigen Fall hätten so pro Flüchtling für Verpflegung und Unterkunft monatlich 9476 Euro bezahlt werden müssen.

Insgesamt betrieb European Homecare in Essen zehn Zeltdörfer mit bis zu 4800 Flüchtlingen. Äußern wollte sich das Unternehmen auf BILD-Anfrage nicht. Silke Lenz, Sprecherin der Stadt Essen: „Im Jahr 2015 hat die Stadt Essen 130 Millionen Euro insgesamt für Flüchtlinge ausgegeben, dabei sind aber auch 5,1 Millionen für ärztliche Versorgung und Taschengeld.”

Die Zahlen für das vergangene Jahr würden noch nicht vorliegen. Reiner Holznagel (40), Präsident des Bundes der Steuerzahler: „Auch in Notsituationen muss der Staat unser Geld zusammenhalten. Die Flüchtlingskrise ist kein Grund, Knebelverträge einzugehen. In solchen Fällen sollten die Kommunen Preisprüfer der Länder einsetzen.“
Im November 2016 wurde das letzte Flüchtlings-Zeltdorf geschlossen. Der Vertrag zwischen der Stadt Essen und EHC ist ausgelaufen.

Am 21. Juni 2016 beantragte BILD beim Essener Bürgermeister nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) Einsicht in Unterlagen und Verträge mit dem Flüchtlingsheimbetreiber European Homecare (Verfahren läuft noch).
Im August lieferte die Stadt Verträge, doch Informationen zur Bezahlung waren geschwärzt. BILD zog daraufhin vor Gericht. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ordnete am 27. Oktober an, dass die Stadt Essen Auskunft zu erteilen habe. Eine dagegen eingelegte Beschwerde wies das Oberverwaltungsgericht NRW in der letzten Woche ab.

Andrea Defeld, Bund der Steuerzahler NRW: „Offensichtlich hat die Stadt Essen nicht mitbekommen, dass die Presse eine öffentliche Aufgabe zu erfüllen hat. Hier sind Zeit, Geld und Energie verschwendet worden.“

Quelle: http://www.bild.de/bild-plus/news/inland/fluechtling/asyl-wucher-so-wird-mit-fluechtlingen-abkassiert-50051668.bild.html

Auf dem stillgelegten Sportplatz Altenbergshof im Essener Nordviertel wird schon lange kein Fußball mehr gespielt. Wo früher Menschen Fußbällen hinterherhechelten, leben heute Menschen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, Somalia und Eritrea.

Auf dem früheren Sportplatz stehen Notunterkünfte für Flüchtlinge. Die Heime auf dem Ascheplatz sind letztlich Zelte. Weiße Ungetüme mit dicken Plastikwänden. Etagenbetten und Spinde sind das einzige Mobiliar, Tische und Stühle gibt es nur im Gemeinschaftszelt. Fenster sind in keinem der Zelte vorgesehen. Die Zweckmäßigkeit erinnert an Messebau.

Die Notunterkünfte sind stabil, klimatisiert und beheizbar und sollen so den ganzen Winter über bewohnbar sein. Das ist wichtig, denn bundesweit kampieren Tausende Flüchtlinge in einfachen Zelten, manche gar unter freiem Himmel. Das wird bald zum Problem. Der Sommer geht zu Ende, nachts fallen die Temperaturen bereits vielerorts unter die Zehn-Grad-Marke.

Deswegen läuft in Essen nun eine Notfallmaschinerie an. Die klamme Ruhrgebietsstadt geht als erste Kommune in Nordrhein-Westfalen neue Wege: Essen errichtet aktuell drei sogenannte Mobilheime. Das schafft die Kommune nicht allein. Alle drei Übergangsheime werden von der Firma European Homecare (EHC) betrieben. Der Marktführer unter den Flüchtlingsheimbetreibern ist eigenen Angaben zufolge bundesweit für mehr als 50 Asylbewerberunterkünfte mit 5.000 Menschen verantwortlich.

„Die Preise steigen“

 Mit EHC bestehe eine „langjährige Partnerschaft“, sagt eine mit dem Vorgang vertraute Person aus der Stadtverwaltung in Essen. „Dabei zählt: Gut ist, was bekannt ist.“ Deswegen bekommen den Zuschlag für die Unterbringung von Flüchtlingen oft Unternehmen, die bereits viele Unterkünfte betreiben.

Durch die wachsende Zahl von Flüchtlingen ist in Deutschland eine regelrechte Flüchtlingsindustrie entstanden. Nicht nur illegale Schleuser verdienen an den Asylsuchenden – auch deutsche Firmen profitieren ganz legal. Private Anbieter wie die Essener Firma EHC nutzen die Notlage der Kommunen für ihren Profit. Ihr Wachstum generieren sie aus Unruhen, Kriegen und Diktaturen. Sie vermieten Zelte, Container, Wohnheime.

Des einen Not ist des anderen Profit. Denn der Andrang der Flüchtlinge schafft Mängel allerorts – von Unterkünften bis zu deren Ausstattung – und einen Markt, der von der Überforderung der Kommunen profitiert. Doch das Geschäft mit der Not ist unverzichtbar geworden. Ohne die Firmen säßen viele Asylbewerber auf der Straße. Den Städten bleibt oft keine andere Wahl, als Aufträge an private Firmen zu vergeben. „Wir sind in einer denkbar schlechten Verhandlungsposition“, sagt der Essener Stadtbeamte. „Die Preise steigen, weil die Unternehmen wissen, dass wir keine Alternativen haben.“

Für EHC ist es ein einträgliches Geschäft. Von 2008 bis 2013 vervierfachte sich der Umsatz nahezu. Allein zwischen 2012 und 2013 stieg er um 72 Prozent auf 16,7 Millionen Euro, der Gewinn verdoppelte sich auf mehr als 1,4 Millionen Euro. Fünf Jahre zuvor steckte die Firma noch tief in den roten Zahlen. „Der aktuelle Anstieg erklärt sich durch die gestiegene Zahl an Asylbewerbern sowie die Sicherung neuer Projekte“, schreibt das Unternehmen in seiner im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz. Aktuelle Zahlen gibt es nicht. Sie dürften aber höher liegen.

„Ohne die wären wir am Arsch!“

Das Geld kommt vom Steuerzahler. Die Zeit drängt, die Flüchtlingszahlen steigen derzeit so schnell, dass die Kommunen sehr schnell Lösungen für die Unterbringung der Menschen finden müssen. Die Nachfrage übersteige das Angebot deutlich, sagt der Beamte aus Essen. „Immer häufiger werden deswegen öffentliche Aufträge ohne Ausschreibung verteilt.“

Wie so oft entscheidet auch hier einzig und allein der Preis. Unternehmen wie EHC, das ein Firmensprecher jüngst als „Aldi unter den Anbietern“ bezeichnete, machen das Geschäft ihres Lebens. Sie unterbieten Konkurrenten und stützen sich dabei auf staatliche Hilfen. Dabei wird offenbar auch getrickst: „Wir dürfen dem Bewachungspersonal nicht zu viel bezahlen, sonst kriegen die kein Wohngeld vom Staat mehr“, verriet jüngst ein ehemaliger EHC-Heimleiter dem Handelsblatt.

Wozu das führen kann, wurde im vergangenen Herbst offensichtlich. Wachmänner misshandelten in den nordrhein-westfälischen Heimen in Burbach und Essen Flüchtlinge. Beide Unterkünfte wurden von EHC betrieben. In der Folge wurde die Essener Firmenzentrale von Aktivisten besetzt. Sicherheitsleute sowie Besetzer müssen sich gegenwärtig vor Gericht verantworten.

Die Sicherheitsfrage ist bei EHC absolut sensibel. Konkrete Nachfragen beantwortet das Unternehmen nur zögerlich. Inhaber Sascha Korte ist prinzipiell nicht für ein Gespräch zu haben. Erst nach mehreren Versuchen ist ein Sprecher bereit, Fragen zu beantworten. Die Antworten fallen einsilbig aus: EHC sei ein Familienunternehmen, die Fragen seien polemisch, und bei weiteren Nachfragen zu einzelnen Unterkünften solle man sich bitteschön an „die öffentliche Hand“ wenden.

Versäumnisse im sozialen Wohnungsbau rächen sich

Die „öffentliche Hand“ arbeitet eng mit EHC zusammen. Bei Terminen im neuen Essener Flüchtlingsdorf am Altenbergshof zeigt sich Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) mit einem EHC-Vertreter. In den Behörden rumort es indes. „EHC kann eigentlich machen, was es will“, sagt der Stadtbeamte, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Die wissen genau, dass wir keine andere Wahl haben, als mit ihnen zusammenzuarbeiten.“ Andererseits räumt der Beamte ein: „Ohne die wären wir am Arsch!“

Daran sind auch die Städte selbst schuld, findet Pro Asyl. Die aktuelle Notlage sei das Ergebnis der Versäumnisse im sozialen Wohnungsbau, so die Flüchtlingsorganisation. Die Bundesregierung habe schlicht verpasst, genügend Wohnungen zu schaffen. „Die Betreiberunternehmen sind nicht die Wurzel des Problems“, sagt Bernd Mesovic, stellvertretender Geschäftsführer von Pro Asyl. Der Staat müsse die Marktmacht zurückerlangen. „Das geht nur mit langfristigen Investitionen.“

Das Beispiel Essen zeigt, wie Betreiberfirmen von Asylbewerberunterkünften eine Stadt in die Mangel nehmen. Die Flüchtlinge kommen immer zahlreicher, die Unterbringungsmöglichkeiten platzen aus allen Nähten und es gibt nur wenige Anbieter, die der Masse an Asylbewerbern gerecht werden können. Dabei kann auch EHC schon lange nicht mehr die Vorgaben der Bundesregierung erfüllen. In Essen und anderswo geht es nur noch um einen winterfesten Schlafplatz für Menschen in Not.

Deswegen baut die Stadt nun weitere vier Flüchtlingsdörfer. Über drei Standorte wurde bereits entschieden: Sie alle werden auf stillgelegten Sportplätzen errichtet, auf Asche. Der rote Untergrund ist im Ruhrgebiet weit verbreitet. Insgesamt sollen sieben Unterkünfte 1.600 Menschen beherbergen. Ein gutes Geschäft für EHC: Das Unternehmen wird für alle Essener Flüchtlingsdörfer zuständig sein.

Quelle: http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-09/european-homecare-fluechtlingsheime/komplettansicht

Hier ein Bericht aus „Der Standard“ / Österreich

Juniorchef Sascha Korte macht Business mit Flüchtlingen

http://derstandard.at/1387284/Juniorchef-Sascha-Korte-macht-Business-mit-Fluechtlingen

Das inzwischen von Sascha Korte geleitete Familienunternehmen EHC stand mehrmals im Fokus der Staatsanwaltschaft:

https://www.derwesten.de/staedte/essen/homecare-chef-sascha-korte-ist-stolz-auf-seine-arbeit-mit-fluechtlingen-id9922234.html

Der Inhaber des Essener Unternehmens „European Homecare“, Sascha Korte, hat sich in der Affäre um prügelnde Wachleute in Asylheimen erstmals zu Wort gemeldet und sich grundsätzlich vor seine Mitarbeiter gestellt. „Wir können stolz auf unsere Arbeit sein, auch wenn es im Moment Steine regnet“, so Korte im Interview mit seinem Medienberater Klaus Kocks.
In dem Asylheim in Burbach, das „Homecare“ im Auftrag des Landes betreibt, habe es „eklatantes Versagen“ gegeben: „Das einschlägige Foto ist ein wirklicher Skandal und die Reaktion von Politik und Justiz berechtigt. Punkt.“ Andererseits handele es sich nach Ansicht des Firmenchefs um Einzelfälle, um eine „dämliche Intrige unter Wachleuten“, von der man sich nicht den „guten Ruf“ des Unternehmens kaputtmachen lasse. „Wir betreuen über 40 Einrichtungen seit mehr als 20 Jahren unter den Augen von Städten, Ländern und Gemeinden und mit kritischer Begleitung der Presse.“ Da erwarte man „einen gewissen Respekt“. Und: „Ich selbst ärgere mich, dass wir den Schmutz im Untergrund in Burbach nicht früher gemerkt haben.“ Die Skandalisierung sei allerdings maßlos. „Wir müssen jetzt mal die Kirche im Dorf lassen. Auch im Interesse der Flüchtlinge, für die wir arbeiten.“

Die Flüchtlingskrise macht diesen Unternehmer zum Millionär

EHC gehört die Unternehmerfamilie Korte. Geschäftsführer ist Sascha Korte, der Sohn des Firmengründers. Die 1500 Mitarbeiter versorgen im Bundesgebiet aktuell rund 40.000 Asylbewerber in 120 Einrichtungen. Die Essener sind gewissermaßen ein Krisenprofiteur. Aus der steigenden Nachfrage und den guten Geschäften macht die EHC-Managerin Petra Gänsler keinen Hehl. „Wir wachsen, wachsen und wachsen, weil die Einrichtungen zur Betreuung der Schutzsuchenden überall aus dem Boden gestampft werden und der Bedarf nach Versorgung steil nach oben geht.“ 

Quelle: http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/zwei-sekunden-pro-tablett-die-fluechtlingskrise-macht-diesen-unternehmer-zum-millionaer_id_5095094.html

Die Wurzeln des Familienunternehmens EHC liegen im Waldecker Land in Hessen:

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 „Er war ein Gutmensch“, stattlicher Typ, seriöses Auftreten, freundlich und ein diplomatischer Streitschlichter, beschreibt ein Mitarbeiter seinen früheren Chef Fritz Mrosek. Der Korbacher Berufsschullehrer hatte Mitte der 1980er-Jahre den Zustrom an Aussiedlern aus der damaligen Sowjetunion im Blick. So gründete Mrosek mit Geschäftspartnern eine Firma, um Spätaussiedler unterzubringen.

In der Berndorfer Bahnhofstraße erwarben sie einen Hof, in dem die ersten Aussiedler einquartiert wurden. „Manchmal standen fünf, sechs Busse aus Friedland vor der Tür, und wir sorgten dann für die Unterbringung der Russlanddeutschen“, schildert der frühere Mitarbeiter. Friedland war damals die zentrale Aufnahmestelle für Aus- und Übersiedler in der Bundesrepublik. Nicht nur in Berndorf, sondern alsbald rund um den Diemelsee und im ganzen Waldecker Land wurden Neubürger einquartiert.

„Manche haben wir vorm Ruin gerettet“

Der Staat und das Sozialamt beim Landkreis waren froh, dass Privatfirmen angesichts des Zustroms aus Osteuropa die Unterkunft organisierten. Derweil freuten sich auch viele Besitzer von Pensionen oder Ferienwohnungen über wechselnde Gäste und staatlich garantierte Bezahlung, denn im Tourismus auf dem Lande herrschte Flaute. Mancher Hausbesitzer räumte sogar die privaten Gemächer, um Mieteinnahmen durch Aussiedler zu erzielen. „Und manchen haben wir vor dem Ruin gerettet“, sagt Mroseks früherer Mitarbeiter.

Üppig floss das Geld vor allem für die Betreiberfirma. Zeitweise hatte sie rund 30 Unterkünfte belegt, allein im Haus an der Bahnhofstraße waren über 60 Menschen auf Zwischenstation.

Einer von Mroseks Geschäftspartnern hatte zuvor schon auf anderen Feldern staatlich garantierte Früchte geerntet. Helmut Heimerdinger war Geschäftsführer der „Gesellschaft für Berufspädagogik“ (GfB), die in Korbach in den 80er-Jahren beispielsweise Langzeitarbeitslose zu Schlossern und Schreinern umschulte. Die Bezahlung kam vom Arbeitsamt – „Staatsknete“, wie Heimerdinger sagte.

Auffällig wurde die Firma GfB, als 1985 merkwürdige Lohnarbeiten bekannt wurden. Offenbar hatten arbeitslose Umschüler aus der Übungswerkstatt beispielsweise zu äußerst günstigen Preisen auch Autos von Mitarbeitern des Arbeitsamts repariert.

So schlug der Fall aus Korbach bundesweit Wellen, eine Fülle von Arbeitsgerichtsprozessen lief gegen GfB. Der damalige Arbeitsamtsdirektor zeigte sich „gar nicht glücklich“, wie die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtete. Aufgeflogen seien die Zustände bei der Firma GfB, weil zwei Umschüler sich damals beim Gewerkschaftsbund beschwert hätten.

Ein weiterer Geschäftspartner Fritz Mroseks produzierte damals noch Kunststoffteile für die Industrie in seinen Werkstätten. Rolf-Dieter Korte war aus Essen ins Waldecker Land gezogen, zuerst nach Rattlar, dann pachtete er von der Waldeckischen Domanialverwaltung den Dommelhof hoch oben auf dem Berg in Ottlar. Die abgelegene Domäne im Wald wurde zum Sitz der Firma „Polyplast Waldeck“, die Verschlüsse und Behälter („nicht aus Schaumstoff“) fabrizierte.

Deutlich einträglicher erwies sich derweil für Korte die Zusammenarbeit mit Fritz Mrosek bei der Unterbringung von Aussiedlern. Ende der 80er-Jahre gründeten sie gemeinsam die „Korte & Mrosek GmbH“ – aus der sich später „European Homecare“ entwickeln sollte.

Nach dem Mauerfall im November 1989 und der politischen Wende in Osteuropa blieb der Zustrom nach Westdeutschland hoch. Zugleich entzündete sich der Krieg auf dem Balkan, der Anfang der 90er-Jahre zusätzlich Flüchtlingswellen und Asylbewerber in die Bundesrepublik führte.

Staat in Not,Privatbetreiber im Boot

Bei der Unterbringung herrschte große Not, wie die Lage in der ehemaligen belgischen Kaserne am Korbacher Stadtrand demonstrierte. Die damals zuständige hessische Familienministerin Iris Blaul (Grüne) ließ 1992 in der Claes-Kaserne eine Außenstelle der Hessischen Gemeinschaftsunterkunft (HGU) Schwalbach einrichten. Rund 600 Flüchtlinge aus aller Herren Länder kamen in die Kaserne, ein Großteil musste in Zelten nächtigen.

Blutige Zwists waren an der Tagesordnung. Ein Algerier stach damals auf einen Landsmann ein, weil der auf dem Bolzplatz angeblich ein Foul begangen hatte. Schuld an der explosiven Atmosphäre war aber vor allem die chaotische Unterbringung auf engstem Raum.

Gut für Länder und Kommunen, dass es private Unternehmen wie „Korte & Mrosek“ gab, das zwar nicht in der Korbacher Claes-Kaserne, aber etwa im Osten Deutschlands zusätzlich aktiv wurde. In Chemnitz übernahm die Firma das zentrale Aufnahmelager des Landes Sachsen in einer früheren sowjetischen Kaserne. „Es war wie die Lizenz zum Gelddrucken“, sagt der frühere Mitarbeiter.

Das Unternehmen expandierte kräftig, die Geschäftspartner verdienten Millionen und kauften Immobilien. In Polen beispielsweise, nahe der deutschen Grenze, erwarb Mrosek einen Bauernhof und eine völlig marode Ziegelei, die offenbar ein zusätzliches Standbein werden sollten. Im Waldecker Land quittierte er dagegen seinen Dienst als Berufsschullehrer.

Korte wiederum kaufte im November 1993 den Dommelhof in Ottlar samt eines Teils der Domänenländereien. Das verpachtete Erbstück des ehemaligen Freistaats Waldeck ging also in Privatbesitz des Unternehmers aus Essen über.

Die Geschäfte liefen wie geschmiert, auch durch gute Kontakte der Asyl-Betreiber zu Politik und Behörden. Dann aber gab es Konflikte zwischen den Firmengründern Fritz Mrosek und Rolf-Dieter Korte: Mrosek wollte nebenher offenbar noch mit anderen Partnern Unterkünfte für Flüchtlinge betreiben. So musste der frühere Korbacher Berufsschullehrer – gegen üppige monatliche Apanage – schrittweise aus der gemeinsamen Firma aussteigen, schildert ein Insider.

Aus „Korte & Mrosek“ wird „European Homecare“

Korte indes expandierte weiter. Mit Blick auf die Europäische Union und neue Wettbewerbsregeln für europaweite öffentliche Ausschreibungen wurde aus der „Korte & Mrosek GmbH“ die Folgefirma „European Homecare“ (EHC). Als Geschäftsführer zeichnete alsbald Rolf-Dieter Kortes Sohn Sascha Korte für die neue GmbH – eingetragen am 15. April 2003 im Handelsregister der Stadt Essen. Weitere EHC-Firmen entstanden mit Sitz in Österreich und später auch in Irland.

Doch schon im Sommer 2003 sorgte das Engagement von EHC in Österreich für Schlagzeilen. In einem Flüchtlingslager in Traiskirchen gab es eine Massenschlägerei mit Fäusten und Tischbeinen, bei der ein Tschetschene starb. Wenig später zeigte eine Asylbewerberin aus Kamerun einen Wachmann an, weil er sie vergewaltigt habe. Das österreichische Blatt „Der Standard“ titelte damals: „Juniorchef Sascha Korte macht Business mit Flüchtlingen“. Der damals 30-jährige „jugendliche Frontmann“ leite das operative Geschäft, „Rolf-Dieter, der Vater, werkt im Hintergrund“.

2010 gab EHC den Betrieb in Traiskirchen auf, 2012 zog sich das Unternehmen aus Österreich geschäftlich zurück. In Deutschland betreibt „European Homecare“ nach eigenen Angaben dagegen rund 40 Unterkünfte. Dazu gehört weiterhin ein Großteil der zentralen Aufnahmestelle des Landes Hessen in Gießen, in der gegenwärtig über 2000 Flüchtlinge untergebracht sind.

Rolf-Dieter Korte lebt heute in Österreich, der Dommelhof in Ottlar fand erst holländische, dann deutsche Besitzer. Der frühere Korbacher Geschäftspartner Fritz Mrosek starb bereits 2003. Seine millionenschweren Engagements durch die Unterbringung von Flüchtlingen mündeten für ihn im finanziellen Desaster. Seinen ersten Wohnsitz hatte er zuletzt einen Katzensprung jenseits der Waldeck-Frankenberger Kreis- und Landesgrenze im westfälischen Bontkirchen angemeldet – und das Erbe wollte niemand antreten. So fiel auch das Gebäude im waldeckischen Berndorf ans Land Nordrhein-Westfalen.

Die Zwangsversteigerung verlief bislang ergebnislos. Im August 2014 wurde der Wert des Berndorfer Gebäudes in der Bahnhofstraße amtlich auf „0 Euro“ beziffert.

Der von den Misshandlungen an Flüchtlingen in Burbach angeblich nichtsahnende nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) ahnt sicher auch nicht, dass er den Schlüssel zum „Geburtshaus“ von European Homecare quasi selbst in Händen hält.

Hintergrund

Die European Homecare GmbH (EHC) hat ihren Sitz in Essen, Geschäftsführer ist Sascha Korte. Nach eigenen Angaben betreibt das Unternehmen rund 40 Flüchtlingsheime in ganz Deutschland. Devise: „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Menschen in Not zu helfen und ihnen den Alltag zu erleichtern. Dazu tragen vor allem unsere soziale, organisatorische und interkulturelle Kompetenz und Erfahrung bei. In enger Zusammenarbeit mit öffentlichen Auftraggebern und privaten Institutionen (NGOs, Vereinen etc.) managen wir den Betrieb von Unterkunftseinrichtungen und die soziale Betreuung von Flüchtlingen, Asylbewerbern und Wohnungslosen, die auf unsere Unterstützung angewiesen sind. Unser Ziel ist, ihnen im Rahmen ihres Aufenthaltes Orientierung zu geben und ihr Selbstwertgefühl zu stärken, damit sie sich in ihrem neuen Leben zurechtfinden.“

Ende September kamen Aufnahmen von der Misshandlung eines Asylbewerbers an die Öffentlichkeit: Zwei Wachmänner zwingen den Mann, sich auf eine Matratze mit Erbrochenem zu legen. Berichtet wurde von einem „Problemzimmer“, in dem es Übergriffe auf Flüchtlinge gegeben haben soll. Auch in Unterkünften in Essen und Bad Berleburg soll es zu Gewalt gegen Flüchtlinge gekommen sein.

Betreiber der Einrichtungen war EHC, die Misshandlungen in Burbach sollen jedoch von Wachleuten des privaten Sicherheitsdienstes SKI (Nürnberg) ausgegangen sein. Die Staatsanwaltschaft dehnte ihre Ermittlungen danach aber auch auf Büros und Geschäftsführung des EHC aus. Die Unterkunft in Burbach wurde auf das Rote Kreuz übertragen.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) geriet unter Druck, weil aus Burbach, aber auch anderen Städten mit Flüchtlingsunterkünften, schon weit im Vorfeld Hinweise an die Landesregierung gegangen seien. Zudem sollen Wachleute in Burbach zur rechtsradikalen Szene gehört haben.

In Hessen betreibt European Homecare eine Außenstelle der zentralen Flüchtlingsaufnahme in Gießen. Dort sind aktuell rund 2.400 Menschen untergebracht. Von Gießen aus werden die Flüchtlinge dann nach einem festen Verteilungsschlüssel in die Landkreise verteilt. Trotz der Vorfälle in Nordrhein-Westfalen hält die hessische Landesregierung am Betreiber EHC in Gießen fest. Regie führt in Gießen das Regierungspräsidium. „Bei uns sind die Eingangsvoraussetzungen anders als in Nordrhein-Westfalen“, erklärt RP-Sprecherin Gabriele Fischer auf WLZ-FZ-Anfrage. Das Regierungspräsidium bestimme die beauftragten Sicherheitsdienste selbst, verlange dafür entsprechende polizeiliche Führungszeugnisse sowie soziale und „interkulturelle“ Qualifikation. Auch die Auszahlung von Taschengeld an die Flüchtlinge liege beim RP. Überdies betreibe das Regierungspräsidium die Hauptstelle für Flüchtlinge in Gießen selbst.

In diesem „Stammhaus“ können indes nur maximal 572 Flüchtlinge untergebracht werden. Über 1800 sind dagegen in ehemaligen Mannschaftsunterkünften der US-Streitkräfte einquartiert – unter Ägide von European Homecare. Fazit der RP-Sprecherin Gabriele Fischer in Gießen: „Wir hatten bislang überhaupt keinen Grund, Dinge zu beanstanden.

Quelle: https://www.wlz-online.de/landkreis/european-homecare-geschaeft-fluechtlingen-5379029.html

Das Geschäft mit den nach Deutschland wie ein Heuschreckenschwarm einfallenden Asylforderern ist inzwischen lukrativer als Geschäfte mit Drogen und Prostitution.  Es hat sich zu einer gigantischen Gelddruckmaschine entwickelt. Da darf man sich nicht wundern, dass in Deutschland solche Unternehmen und deren Beschäftigte (Sozialarbeiter, Dolmetscher, Securitypersonal, Köche, Reinigungspersonal, Fahrdienste), aber auch Ärzte und Zahnärzte und Firmen wie Lidl und Aldi keinerlei Interesse an einem Versiegen des „Flüchtlingsstromes“ haben.