Landratsamt Erding weigerte sich, Murat A. (24) abzuschieben – dann vergewaltigte er eine 40-Jährige Frau fast zu Tode!

Eigentlich hätte Intensivtäter Murat A. (24) längst abgeschoben werden sollen. Aber dazu kam es nie. Im vergangenen September schlug der türkische Staatsangehörige dann erneut zu: Auf einer Parkbank in Erding vergewaltigte er mit unfassbarer Grausamkeit eine 40-jährige Frau. Nun muss er zwölfeinhalb Jahre ins Gefängnis. „Ich habe in 20 Jahren Strafrecht noch kein Opfer mit derartigen Verletzungen erlebt, ohne tot zu sein“, sagte der Richter.

Murat A. wurde im September 1992 in Erding geboren. Schon in jungen Jahren war er häufig kriminell. Anfangs waren es noch Diebstähle, dann steigerte sich die Schwere seiner Straftaten.

Das Amtsgericht Erding verurteilte ihn 2009 zu einem Jahr und zehn Monaten Haft wegen einer Gewaltstraftat. 2011 sprach ihm das Amtsgericht München wegen Raubes und vorsätzlicher Körperverletzung schuldig: Zwei Jahre und neun Monate Gefängnis. Wie der Merkur berichtet, ordnete ein Gericht die Abschiebung des Intensivtäters an. Sie wurde aber nie vollzogen.

Auch nicht nach seinen jüngsten Straftaten: Im März 2014 war Murat A. zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter räuberischer Erpressung verurteilt worden.

„Als Sohn eines türkischen Staatsangehörigen, der im Bundesgebiet geboren und aufgewachsen ist, genießt Herr A. per Gesetz einen besonderen Ausweisungsschutz“, erklärte Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Sprecherin des Landratsamtes Erding. Der 24-Jährige sei „faktisch Inländer“.

Im März 2016 wurde er vorzeitig aus seiner Haft entlassen.

Der 21. September 2016

Ein halbes Jahr später, am frühen Abend des 21. September, saß Murat A. auf einer Parkbank am Ufer des Fehlbachs in Erding. Dort begegnete ihm sein späteres Opfer: Eine 40-jährige Kurierfahrerin. Die beiden unterhielten sich. Es war „ein ganz normales Gespräch“, wie zwei Zeugen im Nachhinein bestätigten.

Murat A. war jedoch sehr anhänglich und ließ sich nicht abschütteln. Schließlich entschied sich die Frau, den Abend mit ihm zu verbringen. Gegen 20 Uhr schauten die beiden kurz in ihrer Wohnung bei ihrem Lebensgefährten vorbei. Anschließend suchten sie eine Spielothek auf, wo ein Bekannter der Frau arbeitet. Dort spielten sie zu dritt Darts und plauderten miteinander. Nachdem Murat A. der Frau an den Po fasste, wies sie ihn zurecht. Er entschuldigte sich umgehend und alles schien wieder in Ordnung.

Nach Mitternacht fuhren die beiden zurück in die Wohnung der 40-Jährigen. Die Frau verabschiedete sich von Murat A. und schenkte ihm noch eine Flasche Bier. Nach etwa einer Stunde ging sie noch einmal vor die Tür, weil ihr Hund Gassi gehen musste.

Die 40-Jährige spazierte am Ufer des Fehlbach entlang, als sie Murat A. erneut begegnete. Er saß mit dem Bier in der Hand auf der Parkbank, wo sich die beiden zuvor kennengelernt hatten. Sie unterhielten sich zunächst ganz normal.

Dann erhielt die Frau einen Anruf ihres Bekannten aus der Spielothek. Dieser äußerte den Verdacht, dass ihr Begleiter 30 Euro aus dem Gelbeutel einer Bedienung gestohlen habe – was sich später bestätigen sollte.

Die Frau stellte den 24-jährigen Türken zur Rede, er bestritt jedoch den Diebstahl. Als sie daraufhin aufstand und nach Hause gehen wollte, schlug ihr Murat A. von hinten die Bierflasche auf den Kopf.

Die 40-Jährige ging zu Boden. Der Türke half ihr auf und entschuldigte sich – aber dann sagte er: „Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass du nach Hause kommst.“

Murat A. prügelte sie erneut zu Boden. Als die Frau um Hilfe schrie, hielt er ihr den Mund zu. Danach zog er sie an den Haaren hoch, drückte sie gegen die Parkbank, riss ihr die Kleider vom Leib und vergewaltigte sie äußerst brutal.

Nachdem sich die 40-Jährige wehrte, würgte er sie und kündigte an, sie jetzt zu töten. Der bullig gebaute Murat A. schlug und trat immer wieder mit voller Wucht auf die Frau ein, sodass sie zweitweise das Bewusstsein verlor. Die schwer verletzte Erdingerin stellte sich tot und ertrug regungslos weitere Schläge und Tritte.

Schließlich glaubte der Mann, sie sei tot und wandte sich mit den Worten „Scheiß drauf, erledigt“ von seinem Opfer ab. Die 40-Jährige nutzte dies zur Flucht und ließ sich die Böschung zum Fehlbach hinunterrollen.

Bei fünf Grad Außentemperatur stieg sie nackt in den 50 Zentimeter tiefen Fluss und watete ans andere Ufer. Trotz ihrer schweren inneren Verletzungen schaffte sie es, die Böschung hochklettern. Schließlich klingelte sie an der Haustür eines Anwohners. Dieser alarmierte sofort Polizei und Rettungsdienst.

Die anschließende Fahndung führte schnell zum Erfolg: Gegen 6.30 Uhr wurde Murat A. in seiner Wohnung in Erding festgenommen.

Richter: „So etwas habe ich noch nie erlebt“

Anfang Mai begann der Prozess vor dem Landgericht Landshut. Nach drei Verhandlungstagen wurde am gestrigen Donnerstag das Urteil verkündet: Zwölfeinhalb Jahre Haft mit anschließender Sicherheitsverfahrung wegen Vergewaltigung und versuchtem Totschlag.

Abgeschoben wird der Täter jedoch nicht.

„Ich habe in 20 Jahren Strafrecht noch kein Opfer mit derartigen Verletzungen erlebt, ohne tot zu sein“, erklärte Richter Markus Kring laut dem Wochenblatt.

Die Erdingerin musste nach der Tat wochenlang in eine Klinik. Sie erlitt – neben schweren inneren Verletzungen – unter anderem einen Nasenbeinbruch, eine Fraktur der Augenhöhlenwand und Hämatome im gesamten Gesicht. Danach kam sie in eine Psychiatrie.

Noch heute ist die 40-Jährige in psychologischer Behandlung. Sie ist schwer traumatisiert, panisch und traut sich nicht mehr alleine zum Einkaufen oder mit dem Hund raus.