Fakten zur Ausländerkriminalität in Deutschland

Datenanalyse: Bezug von Kriminalstatistik und Bevölkerungsstatistik

Gründlich, wie wir Deutschen sind, gibt es eine sehr detailierte Bevölkerungsstatistik, die man von der Webseite des Statistischen Bundesamts herunterladen kann [2]. Die aktuellste Version ist derzeit die Bevölkerungsstatistik 2015. Diese gibt detailliert darüber Auskunft, wer am 31.12.2015 in Deutschland war. Man kann dort nachlesen, dass es am 31.12.2015 in Deutschland 73.523.726 Deutsche gab und 9.107.893 Nichtdeutsche. Der Anteil Nichtdeutscher an der Gesamtbevölkerung beträgt 11.08%.

Wenn man dies nun mit der Polizweilichen Kriminalstatistik [1] (PKS) 2016 in Bezug setzt, so ergibt sich dass es von 73.523.726 Deutschen im Jahr 2016 insgesamt 1.407.082 Tatverdächtige gab. Dies sind 1.91%. Das heißt, von 10.000 Deutschen sind 191 Tatverdächtige.

Demgegenüber sind von 9.107.893 Nichtdeutschen insgesamt 953.744 tatverdächtig. Dies sind 10.47%. Das heisst unter 10.000 Nichtdeutschen gibt es 1.047 Tatverdächtige, mehr als jeder zehnte. Nichtdeutsche sind also 5.5 mal so oft Tatverdächtige wie Deutsche. Genauer gesagt, es gibt unter 10.000 Nichtdeutschen 5.5 mal mehr Tatverdächtige als unter 10.000 Deutschen. Anders ausgedrückt: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nichtdeutscher tatverdächtig ist, ist statistisch gesehen also 5.5 mal höher als die Wahrscheinlichkeit, dass ein Deutscher tatverdächtig ist.

Zurück zur Frage, was es nun bedeutet, jemand ist kriminell oder ist krimineller als jemand anders. Nur weil jemand tatverdächtig ist, ist er noch lange nicht kriminell. Man kann allerdings davon ausgehen, dass die Polizei jemanden nicht grundlos einer Tat verdächtigt, sondern nur wenn es hinreichende Indizien gibt. Umgekehrt ist es wahrscheinlich, dass jemand, der nicht kriminell ist, auch keiner Straftat verdächtigt wird. Von daher gibt es sicher eine starke Korrelation zwischen tatverdächtig und kriminell sein. Wie diese genau aussieht, kann hier nicht beantwortet werden, da die Polizeiliche Kriminalstatistik eine Tatverdächtigenstatistik ist und nicht eine Straftäterstatistik. Aufgabe der Polizei ist es Tatverdächtige und die notwendigen Indizien zu ermitteln, nicht Tatverdächtige zu verurteilen. Anstatt “kriminell” zu definieren, definieren wir hier die Kriminalrate einer Gruppe von Menschen. Diese gibt prozentual an, wieviele Mitglieder dieser Gruppe innerhalb eines Jahres mindestens einmal tatverdächtig waren, das heißt der Prozentsatz der Tatverdächtigen dieser Gruppe. Ein Wert von 10% bedeutet, dass 10% der Mitglieder dieser Gruppe in einem Jahr tatverdächtig waren. Wenn die Gruppe also 10.000 Mitglieder hat, wären davon in einem Jahr 1.000 Tatverdächtige. Während Kriminalrate eigentlich präziser Tatverdächtigenrate heissen müsste, haben wir uns dennoch entschlossen, diese Kriminalrate zu nennen. Die Kriminalstatistik heißt auch Kriminalstatistik und nicht Tatverdächtigenstatistik.

Im folgenden analysieren wir die Kriminalrate für Staatsangehörige aller Länder. Tabelle 12 der Bevölkerungsstatistik schlüsselt genau auf, wie viele Staatsangehörige welcher Länder sich am 31.12.2015 in Deutschland aufhielten [2]. Damit lassen sich auch die beiden anderen oben genannten Fragen näher analysieren. Bevor wir dies tun, noch einige wichtige Anmerkungen:

  1. Die folgende Analyse setzt die Bevölkerungsstatistik vom 31.12.2015 in Bezug zu der Polizeilichen Kriminalstatistik von 2016. Das heißt, die Annahme ist, dass diejenigen Personen, die sich am 31.12.2015 in Deutschland aufhielten, auch für die Verbrechen verantwortlich sind, die im gesamten Jahr 2016 begangen wurden. Dies ist natürlich nur eine Abschätzung, da es nicht möglich ist, diesen Bezug tagaktuell herzustellen. Es ist aber mit vorhandenen Daten die bestmögliche Abschätzung, vor allem da die Bevölkerungsfluktuation über das Jahr gesehen normalerweise nicht sehr groß ist. Diese Normalität gilt allerdings nicht für die großen Flüchtlingsbewegungen der vergangenen Jahre. Darauf gehen wir weiter unten noch ein. Sobald die Bevölkerungsstatistik vom 31.12.2016 veröffentlicht wird (diese ist seit Monaten überfällig), könnte man den Mittelwert aus beiden Statistiken nehmen, um eine genauere Abschätzung zu bekommen. Den Mittelwert zwischen der Bevölkerung am 31.12 des Vorjahres und dem 31.12. des analysierten Jahres konnten wir für die Jahre vor 2016 berechnen.
  2. Die Polizeiliche Kriminalstatistik enthält Daten zu allen Straftaten. Besonders seit der Flüchtlingskrise ist es wichtig, Straftaten, die mit illegaler Einreise und illegalem Aufenthalt zu tun haben, gesondert zu betrachten. Dies wird gemacht, da sonst sehr viele Flüchtlinge automatisch Tatverdächtige sind. Wir werden in der folgenden Analyse zwischen diesen Straftaten unterscheiden. In der PKS 2016 wurde dies bereits getan, es gibt dort die Kategorie 890000: Straftaten insgesamt, jedoch ohne Verstösse gegen das Aufenthalts-, das Asyl- und das Freizügigkeitsgesetz/EU (Schlüssel 725000)). Für unsere Analyse werden wir hauptsächlich diese Kategorie verwenden. In beiden Kategorien (Straftaten insgesamt und in Kategorie 890000) ist jeder Tatverdächtige nur einmal gelistet, auch wenn er mehreren Straftaten verdachtigt wurde. Die angegebenen Zahlen geben also tatsächlich an wie viele der jeweiligen Gruppe tatverdächtig waren und können somit ohne Verzerrung mit der Bevölkerungsanzahl verglichen werden. Wenn man nun alle Straftaten zu illegalem Aufenthalt und illegaler Einreise herausnimmt und nur Kategorie 890000 berücksichtigt, nimmt die Zahl der tatverdächtigen Nichtdeutschen rapide ab und es sind noch 616.230 nichtdeutsche Tatverdächtige, das heißt, insgesamt 6.77% der Nichtdeutschen waren im Jahr 2016 tatverdächtig. Dies sind zwar weniger, aber damit sind Nichtdeutsche im Schnitt immer noch 3.5 mal so häufig Tatverdächtige wie Deutsche.
  3. Wir betrachten hier Tatverdächtige und nicht verurteilte Straftäter und auch nicht die Gesamtzahl aller Straftaten. Dies berücksichtigt also nur Straftaten, bei denen es auch Tatverdächtige gibt. Wie allgemein bekannt, gibt es für sehr viele Straftaten keine Tatverdächtigen. Es ist also anzunehmen, dass es wesentlich mehr Straftäter als Tatverdächtige gibt. Dies hängt auch entscheidend von der Art der Straftat ab. Zum Beispiel ist jemand, der einen anderen beleidigt, im Normalfall bekannt, während Einbrecher eher selten ermittelt werden. Allerdings kann es auch für dieselbe Straftat mehrere Verdächtige geben, von denen dann nur einer oder auch keiner der wahre Täter ist. Betrachtet man auch Mehrfachtatverdächtige (Tabelle 40 und 50 in [1]), so beträgt der Anteil Nichtdeutscher unter den Einfachtatverdächtigen 30.0%, während es bei Mehrfachtatverdächtigen 31.8% sind. Bei “Intensivtatverdächtigen”, die im Jahr 2016 mehr als zehn Straftaten verdächtigt wurden (insgesamt 27.257 Tatverdächtige), beträgt der Anteil Nichtdeutscher sogar 34.1%, jeweils bei einem Bevölkerungsanteil von 11.08%.

Nun aber zu unserer Analyse, wie sich die Kriminalrate von Staatsbürgern verschiedener Länder unterscheidet. Dazu sind in Tabelle 1 alle Länder gelistet, von denen sich am 31.12.2015 mehr als 1.000 Staatsbürger in Deutschland befanden und die im Schnitt mehr as 5-mal so oft tatverdächtig sind wie Deutsche. Außerdem sind noch ausgewählte Länder gelistet, die eine große Bevölkerungsgruppe stellen, sowie die wenigen Länder, deren Staatsbürger weniger oft Tatverdächtige sind als Deutsche. Zusätzlich ist noch die Demokratische Republik Kongo gelistet. Wie wir weiter unten sehen ist diese ein besonders interessanter Fall. Tabelle 1 enthält die folgenden Einträge von links nach rechts:

  • das jeweilige Land, aus dem die Tatverdächtigen stammen,
  • die Anzahl der Staatsbüger dieses Landes, die am 31.12.2015 in Deutschland waren
  • die Anzahl der Tatverdächtigen aus diesen Ländern insgesamt,
  • der prozentuale Anteil Tatverdächtiger aus dieseln Ländern. Ein Wert von 5% bedeutet, dass von 100 Staatsbürgern dieses Landes 5 Tatverdächtige sind.
  • die Anzahl der Tatverdächtigen aus diesen Ländern ohne Verstöße gegen Einreise- oder Aufenthaltsgesetze, das heißt Katerorie 890000 der PKS
  • die Kriminalrate, das heißt der prozentuale Anteil Tatverdächtiger aus diesen Ländern ohne Verstöße gegen Einreise oder Aufenthaltsgesetze. Ein Wert von 5% bedeutet dass von 100 Staatsbürgern dieses Landes 5 Tatverdächtige sind, wenn man Verstöße gegen Einreise- oder Aufenthaltsgesetze unberücksichtigt läst.
  • der Wert um wieviel höher die Kriminalrate des jeweiligen Landes gegenüber der Kriminalrate von Deutschen ist. Ein Wert von 10 bedeutet, die Kriminalrate ist zehnmal höher als die Kriminalrate der Deutschen.

Tabelle 1 enthält einige aufschlussreiche Daten. Es lässt sich gut erkennen, wieviele illegal Eingereiste aus den jeweiligen Ländern 2016 nach Deutschland gekommen sind oder in Deutschland waren. Dies entspricht ungefähr der Differenz zwischen der dritten und der fünften Spalte. Insgesamt sind dies ungefähr 340.000. Es fällt auf, dass diejenigen Länder, bei denen diese Differenz relativ hoch ist, auch sehr weit oben in der Tabelle stehen. Dies lässt den Schluss zu, dass Staatsbürger der Länder, aus denen viele Flüchtlinge stammen, überproportional oft Tatverdächtige sind, ob dies nun Flüchtlinge selbst sind oder nicht.

Während 1.91% der Deutschen tatverdächtig sind, ist diese Rate bei vielen anderen Ländern sehr viel höher. So ist mehr als jeder zweite Algerier tatverdächtig, insgesamt 54.32%, also mehr als 28 mal so oft wie Deutsche. Dies wird nur noch übertroffen von Guinea-Bissau mit 56.78%. Dabei sind wohlgemerkt schon alle Straftaten herausgerechnet, die sich auf illegale Einreise oder illegalen Aufenthalt beziehen, selbst solche, die sich auf Einschleusen beziehen, z.B. Einschleusen mit Todesfolge. Außerdem ist jeder Tatverdächtige nur einmal genannt. Es is also tatsächlich mehr als jeder zweite dieser beiden Länder innerhalb nur eines Jahres tatverdächtig.

Von den 20 Ländern mit der höchsten Kriminalrate, alle davon mehr als 16%, sind 16 Länder aus Afrika, die weiteren 4 sind Georgien, Moldau, Albanien und Afghanistan. Während oft behauptet wird, dass Syrer nicht krimineller sind als Deutsche, ist in der Tat richtig, dass Syrer weniger oft tatverdächtig sind als zum Beispiel Afghanen, eine weitere große Gruppe von Flüchtlingen. Allerdings ist die Kriminalrate bei Syrern immer noch über 10% und Syrer sind damit 5.6 mal so oft tatverdächtig wie Deutsche. Damit ist auch die zweite häufige Behauptung statistisch widerlegt.

Es gibt allerdings auch erfreuliche Ausnahmen. So gibt es einige Länder, bei denen die Kriminalrate geringer ist als die der Deutschen. Mit der Ausnahme von Finnland und Katar sind dies alles Ost- und Südostasiatische Länder. Mit dabei sind auch muslimische Länder wie Malaysia und Indonesien. Allen voran aber Japan mit einer Kriminalrate die 5 mal geringer ist als die der Deutschen. Von über 35.000 Japanern in Deutschland waren nur 164 Tatverdächtige. Zum Vergleich, von ca. 20,000 Algeriern in Deutschland waren 11.138 tatverdächtig, also 115 mal so oft tatverdächtig wie Japaner.

Quelle: Tichys Einblick und eigene Recherchen