Ex-Politiker der Piratenpartei wegen Besitz von Kinderpornografie verurteilt

Der ehemalige Wiesbadener Stadtverordneter der Piraten-Partei, Michael Göttenauer, ist wegen des Besitzes von Kinderpornografie zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Mann hatte auch in Mainz sein Unwesen getrieben.

Ein Foto des verurteilten Pädophilen seht ihr hier:

https://twitter.com/migowi

Wiesbadener auch wegen Missbrauchs verurteilt

http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/kinderpornografie-dritte-anklage-gegen-ehemaligen-wiesbadener-stadtverordneten-goettenauer_15509071.htm

Das Wiesbadener Amtsgericht verurteilte den Mann zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Sollte sich der Angeklagte in den nächsten drei Jahren etwas zu Schulden kommen lassen, muss er ins Gefängnis. In der Bewährungszeit darf der 47-Jährige keinen Computer und kein internetfähiges Handy besitzen. Außerdem darf der pädophile Mann keinen Kontakt zu Kindern haben, außer zu seinen eigenen. Zudem muss er sich in Therapie begeben.

Der 47-Jährige hatte mehr als 10.000 kinderpornografische Bilder und mindestens 160 Kinderporno-Filme aus dem Internet auf seinen Computer heruntergeladen und teilweise mit anderen Pädophilen getauscht. Außerdem verurteilten ihn die Richter auch wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Bei dem ehemaligen Stadtverordneten der Piratenpartei sind tausende kinderpornografische Bilder und Filme sichergestellt worden.

Der Politiker soll auch zwei minderjährigen Mädchen auf seinem Handy ein Video mit kinderpornografischem Inhalt vorgespielt haben. Er soll ihnen einen Euro angeboten haben, wenn sie mit ihm gehen würden. Die Bilder und Videos in seinem Besitz soll er zum Teil auch anderen Nutzern auf Tauschbörsen im Internet zugänglich gemacht haben. Der Amtsrichter verfügte, der Mann habe umgehend eine Therapie anzutreten. Während der Bewährungszeit dürfe er keinen Kontakt zu anderen Kindern als den eigenen haben. Er dürfe sich nicht Kitas, Schulhöfen oder anderen Orten nähern, an denen Kinder sind, und auch keine internetfähigen Geräte kaufen oder besitzen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Urteil auch wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern

Der Mann hatte auf einem Spielplatz in Mainz zwei Mädchen im Alter von 8 und 9 Jahren angesprochen und ihnen auf seinem Handy einen Film gezeigt, in dem ein Mädchen vergewaltigt wurde. Außerdem hatte er den Mädchen einen Euro angeboten, falls sie ihn begleiten würden. Die Kinder waren daraufhin weggelaufen.

Kurz nach diesem Vorfall war der damalige Kommunalpolitiker in seiner Wiesbadener Wohnung festgenommen worden, dabei wurde laut Staatsanwaltschaft zahlreiches Beweismaterial sichergestellt.

Schon vorher war der Beschuldigte in Mainz aufgefallen: er hatte im Sommer 2014 auf einem Spielplatz nackt spielende Kinder mit seinem Handy fotografiert. Auch damals fand die Polizei Kinderpornografie auf seinem Computer.

Schaukeln am Spielplatz

Zweimal hatte der Angeklagte auf Spielplätzen in Mainz Kinder belästigt.

Wiederholungstäter

Der Angeklagte hatte im Laufe des Prozesses alle Vorwürfe zugegeben. Das werteten die Richter jetzt als strafmildernd, zumal so den betroffenen Kinder aus Mainz eine Aussage vor Gericht erspart wurde. Zum Nachteil werteten sie die Tatsache, dass der Beschuldigte solche Massen von Bildern und Filmen besaß, darunter auch „harte“ Kinderpornografie. Außerdem ist der Angeklagte Wiederholungstäter. So war er beispielsweise vorübergehend aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Während dieser Zeit lud er sich erneut illegale Bilder aus dem Internet herunter. Daraufhin wurde er wieder in Untersuchungshaft genommen.

Kommunalpolitik distanziert sich

Der 47-Jährige war vor seiner Festnahme Mitglied der Piratenpartei und der Stadtverordnetenversammlung in Wiesbaden. Zeitweise war er auch stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher. Dieses Amt gab er im März 2015 auf, sein Abgeordnetenmandat legte er einen Monat später nieder. Sowohl das Präsidium der Stadtverordnetenversammlung als auch die Fraktionen von Linken und Piraten hatten sich damals von dem 47-Jährigen distanziert.

DIE ANKLAGEN

Anklage 1, vom Oktober 2014: Sie umfasst 19 Fälle Besitz und Verbreitung kinderpornografischer Schriften in der Zeit vom Dezember 2012 bis Oktober 2013. Über ein einschlägiges Netzwerk im Internet tauschte Michael G. mit Tauschpartnern Bilder und Filme aus, rund 31 200 Foto- und Filmdateien. Desweiteren wurden bei der Wohnungsdurchsuchung am 15. Januar 2014 auf drei Festplatten und einer Speicherkarte fürs Handy weitere rund 11.500 Bilddateien und 20 Filme gefunden.

Anklage 2, vom Februar 2015: Sie umfasst neun Fälle, und bezieht sich auf den Tatzeitraum zwischen 5. April und 11. August 2014. An acht Tagen hatte Michael G. 1.181 Film- und Fotodateien mit sexuellem Missbrauch von Kindern aus dem Internet heruntergeladen. Bei der 2. Wohnungsdurchsuchung wurden 396 Bilddateien auf dem Laptop gefunden, entdeckt wurden zudem weitere 1.822 Bilddateien und 1.624 Filmdateien. Auf einer Speicherkarte fürs Handy entdeckten die Ermittler weitere 432 Bild- und 30 Filmdateien.

Anklage 3, vom 20. Mai 2015: Sie umfasst 13 Fälle, und bezieht sich auf den Zeitraum vom 28. August 2014 bis zum 14. Januar 2015. Bei der nunmehr dritten Durchsuchung am 14. Januar 2015 wurden auf dem Laptop 656 kinderpornografische Filme und rund 3900 Bilddateien gefunden. Auf einem USB-Stick waren weitere 94 Bilder gespeichert, auf dem Handy 141 Bilddateien und auf der Speicherkarte des Handy 2.902 Bild- und 137 Filmdateien. Auf einem Tablet hatte Michael G. weitere 67 Bilddateien, und auf der zum Tablet gehörenden Speicherkarte rund 3.250 Bild- und Filmdateien. Teil dieser Anklage ist auch, dass Michael G. am 14. Januar 2015 in Mainz zwei acht und neun Jahre alte Mädchen auf der Straße angesprochen und ihnen dann auf dem Handy ein Video mit kinderpornografischem Inhalt vorgespielt hatte.

Anklage 4, vom 30. November 2015/vom Gericht abgetrennt und in der Entscheidung deswegen nicht berücksichtigt) Sie umfasst drei Fälle der Beschaffung von kinderpornografischem Material im Zeitraum 15. Oktober bis 28. November 2015. Bei der nunmehr vierten Durchsuchung wurden auf dem Laptop knapp 8.000 Film- und Fotodateien gefunden, auf einem USB konnten 7.319 bereits gelöschte Bilddateien rekonstruiert werden, auf dem Handy fanden sich 215 Film- und Fotodateien, auf einer Speicherkarte zwei gelöschte Dateien.